Einleitung
Minijobs sind im Lebensmitteleinzelhandel weit verbreitet, etwa bei der Regalbefüllung. Auch für diese Beschäftigten gelten wichtige arbeitsrechtliche Regelungen, die Sie als Marktleitung oder selbständiger Kaufmann kennen sollten, um rechtssicher zu handeln und Ihre Personalkosten richtig zu planen.
Mindestlohn und Verdienstgrenze
Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Minijobber der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Ab dem 1. Januar 2027 steigt dieser auf 14,60 Euro. Gleichzeitig erhöht sich die Verdienstgrenze von 603 auf 633 Euro im Monat. Höhere Mindestlöhne können durch Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen gelten. Beachten Sie diese Anpassungen, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und Nachzahlungen zu vermeiden.
Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung bei Krankheit
Minijobber haben Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub von mindestens vier Wochen pro Jahr. Die Berechnung richtet sich nach den Arbeitstagen pro Woche, nicht nach der täglichen Arbeitszeit. Außerdem besteht ein Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für bis zu sechs Wochen, sofern das Arbeitsverhältnis mindestens vier Wochen besteht. Die Lohnfortzahlung erfolgt nur für die Tage, an denen der Minijobber normalerweise gearbeitet hätte.
Kündigungsfristen und Arbeitsvertrag
Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Kündigungen müssen schriftlich erfolgen; E-Mails oder mündliche Erklärungen sind unwirksam. Ein schriftlicher Arbeitsvertrag ist zwar nicht zwingend, aber empfehlenswert, um Rechte und Pflichten klar zu regeln. Arbeitgeber müssen zudem einen schriftlichen Nachweis über die wesentlichen Arbeitsbedingungen aushändigen.
Was bedeutet das für Ihren Markt?
Für Ihre Personalplanung heißt das konkret: Die Erhöhung des Mindestlohns und der Verdienstgrenze ab 2027 kann zu höheren Personalkosten führen. Planen Sie diese Anpassungen frühzeitig ein, um Budgetüberschreitungen zu vermeiden. Der Urlaubsanspruch und die Lohnfortzahlung bei Krankheit bedeuten, dass Minijobber auch bei Abwesenheit bezahlt werden müssen, was die Personalkosten weiter beeinflusst. Ein klarer schriftlicher Arbeitsvertrag und die Einhaltung der Kündigungsfristen helfen, rechtliche Konflikte zu vermeiden und sorgen für transparente Arbeitsverhältnisse.
Nutzen Sie diese Informationen, um Ihre Minijobber rechtssicher zu beschäftigen und Ihre Marktorganisation effizient zu gestalten.